




Material:PVC
Was ist Spritzguss?
Spritzguss ist ein Fertigungsverfahren zur Herstellung von Teilen, bei dem geschmolzenes Material in eine Form, auch Gussform genannt, eingespritzt wird. Das Spritzgießen kann mit einer Vielzahl von Materialien durchgeführt werden, darunter hauptsächlich Metalle (wobei das Verfahren als Druckguss bezeichnet wird), Gläser, Elastomere, Süßwaren sowie am häufigsten thermoplastische und duroplastische Polymere. Das Material für das Bauteil wird in einen beheizten Zylinder gefördert, dort mittels einer Schnecke vermischt und anschließend in die Formhöhle eingespritzt, wo es abkühlt und sich entsprechend der Formgebung der Kavität verfestigt. Das Spritzgießen findet breite Anwendung bei der Herstellung verschiedenster Teile – von kleinsten Komponenten bis hin zu kompletten Karosserieteilen von Autos. Fortschritte in der 3D-Drucktechnologie, insbesondere durch den Einsatz von Photopolymeren, die beim Spritzgießen bestimmter niedrigschmelzender Thermoplaste nicht schmelzen, ermöglichen die Fertigung einfacher Spritzgussformen.
Typischer Anwendungsbereich von PVC (Polyvinylchlorid):
Wasserleitungsrohre, Haushaltsrohre, Wandpaneele für Wohngebäude, Gehäuse für gewerbliche Maschinen, Verpackungen für elektronische Produkte, medizinische Geräte, Lebensmittelverpackungen usw.
Verarbeitungsbedingungen beim Spritzguss von PVC (Polyvinylchlorid):
Trocknungsbehandlung: In der Regel ist keine Trocknungsbehandlung erforderlich.
Schmelztemperatur: 185–205 °C
Formtemperatur: 20–50 °C
Spritzdruck: bis zu 1500 bar
Nachdruck: bis zu 1000 bar
Spritzgeschwindigkeit: Um eine Materialdegradation zu vermeiden, wird in der Regel eine relativ hohe Spritzgeschwindigkeit verwendet.
Kanäle und Angussöffnungen: Es können alle gängigen Angussformen eingesetzt werden. Bei der Verarbeitung kleinerer Teile empfiehlt sich die Verwendung von Nadelangüssen oder Unterflurangüssen; bei dickeren Teilen sind Fächerangüsse am besten geeignet. Der minimale Durchmesser von Nadel- oder Unterflurangüssen sollte 1 mm betragen; die Dicke von Sektorangüssen darf nicht weniger als 1 mm betragen.
Chemische und physikalische Eigenschaften von PVC (Polyvinylchlorid):
Steifes PVC gehört zu den am häufigsten verwendeten Kunststoffmaterialien. PVC ist ein amorphes Material. In der praktischen Anwendung werden PVC‑Materialien häufig mit Stabilisatoren, Gleitmitteln, Hilfsverarbeitungsmitteln, Farbstoffen, Schlagzähigkeitsverbesserern sowie weiteren Additiven versehen. PVC zeichnet sich durch Nichtentflammbarkeit, hohe Festigkeit, Witterungsbeständigkeit und hervorragende geometrische Stabilität aus. Zudem weist es eine starke Beständigkeit gegenüber Oxidationsmitteln, Reduktionsmitteln sowie starken Säuren auf. Allerdings kann es durch konzentrierte oxidierende Säuren wie konzentrierte Schwefelsäure und konzentrierte Salpetersäure angegriffen werden und ist daher nicht für den Kontakt mit aromatischen Kohlenwasserstoffen sowie chlorierten Kohlenwasserstoffen geeignet. Die Schmelztemperatur von PVC stellt während der Verarbeitung einen äußerst wichtigen Prozessparameter dar. Wird dieser Parameter nicht optimal eingestellt, kann dies zu einer Zersetzung des Materials führen. Die Fließeigenschaften von PVC sind recht schlecht, und sein Verarbeitungsbereich ist sehr eng. Besonders hochmolekulares PVC lässt sich noch schwieriger verarbeiten (diese Materialien müssen in der Regel mit Gleitmitteln versetzt werden, um ihre Fließeigenschaften zu verbessern); daher wird üblicherweise PVC mit niedrigem Molekulargewicht eingesetzt. Die Schrumpfquote von PVC ist relativ gering und liegt im Allgemeinen bei 0,2–0,6%.
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